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Sonntag 23. Juni 2024
StartThemen der WocheProtest der Landwirte in Troisdorf

Protest der Landwirte in Troisdorf

Im Zuge der deutschlandweiten Protestaktion der Landwirte am 8. Januar wurde auch der Troisdorfer Verkehr stark beeinträchtig – zwischenzeitlich ist der Verkehr in Troisdorf Mitte gänzlich zum Erliegen gekommen: Über 200 Traktoren blockierten den Theodor-Heuss-Ring, die Frankfurter Straße, die Römerstraße und die Altenrater Straße.

Troisdorf traf dabei in gewisser Weise die doppelte Wucht des Protestes, denn an der Ecke Römerstraße / Frankfurter Straße sind zwei Protest-Konvois zusammengeführt worden: Der eine Konvoi, mit ungefähr 120 Traktoren, startete um 9 Uhr von Hennef aus in Richtung Troisdorf. Über die Siegburger Zange und den Willy-Brandt-Ring (L332) fuhr der Konvoi im Schleichtempo Richtung Troisdorf Mitte. Kurz vor dem Elsenplatz stoppten die Traktoren und blockierten die komplette Strecke vom Theodor-Heuss-Ring, Frankfurter Straße bis zum Elsenplatz.

Der zweite Konvoi machte sich aus Lohmar über Siegburg auf den Weg Richtung Troisdorf. Über den Eisenweg in Lohmar und die Altenrater Straße trafen die rund 90 Traktoren um ungefähr 12.30 Uhr in Troisdorf ein und machten an der Kreuzung Römerstraße / Frankfurter Straße halt. Dort schlossen sie zu dem anderen Konvoi auf. Bis hin zur oberen Altenrater Straße war nun auch dieser Weg blockiert. Nach einigen Stunden der Blockade fuhr der imposante Konvoi weiter über Siegburg in Richtung Hennef. An der Wahnbachtalsperre löste sich der Konvoi dann gegen 17 Uhr auf.

Die vielen Traktoren waren an Vorder- und Rückseite mit Plakaten ausgerüstet, die dem Ärger über die aktuelle politische Lage Luft machen sollten: Sprüche wie "Stirbt der Bauer stirbt das Land", "Niemand soll es je vergessen: Bauern sorgen für das Essen" oder "Ohne Landwirtschaft keine Nahrung", waren dort zu sehen. Teils wurde mittels der Plakate auch heftige Kritik an der Ampelregierung in Berlin geübt.

Zudem war jeder Traktor mit dem Motto "Landwirtschaft ist bunt, nicht braun!" ausgestattet – eine Reaktion darauf, dass einige Gruppierungen aus der politisch rechten Szene versuchten, die friedlichen Bauernproteste für rechtsradikale Zwecke zu missbrauchen. In Troisdorf blieb der Protest friedlich.

Hintergrund der Bauernproteste sind die wegfallenden Steuervergünstigungen im Agrarsektor – genauer gesagt für Agrardiesel und Kfz-Steuer. Dies hatte die Ampel-Koalition kürzlich im Bundestag beschlossen. Zwar wurden Teile des Entschlusses bereits zurückgenommen, für die Bauern war der Entschluss aber der berühmte Funke, der das Pulverfass einer aus ihrer Sicht unzureichenden Agrarpolitik zum Explodieren brachte. Ein teilnehmender Bauer erklärte: "Während Lohnkosten steigen und auch die Energiekosten uns Landwirte zunehmend unter Druck setzen, erhalten wir ja auf der anderen Seite weniger Geld für unsere Produkte. Deshalb fordern wir, die Beschlüsse in Gänze zurückzunehmen."

Bis zum 15. Januar hat der Deutsche Bauernverband und der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung in einer Aktionswache zu Kundgebungen, Traktorkolonnen und Mahnwachen aufgerufen.

Die Kreisbauernschaft Bonn-Rhein/Sieg ist indes sehr zufrieden mit der Geschlossenheit, die die Landwirte in der Region zeigten und dem gesellschafltichen Rückhalt, den man bei den Protesten gespürt habe. (pho)

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