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Sonntag 21. Juli 2024
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50 Jahre Suchthilfe der Troisdorfer Diakonie

Ein Abend des Dankes und der Anerkennung der wichtigen Arbeit der Suchthilfe

Ein besonderes Jubiläum wurde am 29. November in der Diakonie Troisdorf gefeiert: 50 Jahre Suchthilfe. Im Veranstaltungsraum der Diakonie versammelten sich zahlreiche Gäste, um gemeinsam auf fünf Jahrzehnte engagierte Arbeit zurückzublicken.

Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhardt Blienert, würdigte die Diakonie in einer Videobotschaft als Vorreiter in der akzeptierenden Suchthilfe. Er betonte die Bedeutung der Unterstützung für Kinder und Jugendliche aus suchtkranken Familien und räumte mit Vorurteilen gegenüber Suchterkrankungen auf. Sucht sei eine Erkrankung, für die niemand etwas könne.

Jürgen Graff, seit 2018 Leiter der Suchthilfe, richtete seinen Dank vor allem an die engagierten Mitarbeiter, die mit ihrer Arbeit einen entscheidenden Beitrag leisten. Auch der Geschäftsführer der Diakonie Rhein Sieg, Patrick Ehmann, hob die Bedeutung eines angenehmen und unterstützenden Umfelds für die Klienten hervor.

Der stellvertretende Bürgermeister von Troisdorf, Erkan Zorlu, würdigte die professionelle und zugleich empathische Arbeit der Suchthilfe. Er betonte, dass diese nicht nur lebenswichtig, sondern oft sogar überlebenswichtig sei. Ebenso anwesend war die Bundes- und Diözesanvorsitzenden des Selbsthilfevereins Kreuzbund, Andrea Stollfuß, die in ihrer Rede die Bedeutung von Suchthilfe und Selbsthilfe betonte. Die Dezernentin für Soziales, Gesundheit und Versorgung des Rhein-Sieg-Kreises, Ulla Thiel, lobte zudem die fachliche Expertise gepaart mit menschlicher Empathie, die in der Suchthilfe der Diakonie zu finden sei.

Die zahlreichen Gäste, darunter Mitarbeiter, lokale und regionale Persönlichkeiten sowie Burkhardt Blienert als Bundespolitiker, sprachen ihren Dank aus und unterstrichen die Wichtigkeit der Suchthilfe. Nach den offiziellen Reden sorgte die Karnevalsband "Knallblech" für schwungvolle Unterhaltung.

Im Anschluss wurde im ersten Obergeschoss für das leibliche Wohl gesorgt, und die Gäste ließen den Abend in angenehmer Atmosphäre ausklingen. Das Jubiläum der Suchthilfe der Diakonie war nicht nur ein Anlass zur Freude, sondern vor allem auch zur Anerkennung einer wichtigen und oft unterschätzten Arbeit. Zeit für einen Blick auf die lange Geschichte der Suchthilfe der Diakonie:

Im Jahr 1973 übernahm die Diakonie die Trägerschaft der damals sogenannten "Drogenberatungsstelle" mit Sitz in Siegburg. Mitarbeiter waren ein Diplom-Psychologe und eine Verwaltungskraft in Teilzeit. Bereits im Jahr 1975 kritisierte der damalige Leiter, Wolfgang Esser, eine "gezielte Beschwichtigungskampagne" offizieller Stellen würde die vielen Drogenprobleme kleinreden und die Suchthilfe erschweren. Umso wichtiger, dass die Idee von Beginn an war, den Abhängigen mit niedrigschwelligen Angeboten zu helfen.

Ein Meilenstein folgte im Jahr 1991: In der Wilhelmsstraße in Troisdorf wurde der Kontaktladen "Café Koko" eröffnet. Ein Kernstück der Suchthilfe – denn hier werden Betroffene nicht ausgeschlossen, sondern mit Kontakt und Kommunikation betreut, es wird aktiv geholfen. Besonders wichtig: Die Suchthilfe ist dabei für alle da – egal mit welcher Art der Drogensucht die Menschen zu kämpfen haben.

Im Jahr 2001 wurde das "Café Koko" in größere Räume verlegt und um eine Krankenpflege erweitert – ein Drogenkonsumraum folgte kurze Zeit später. Seitdem befinden sich diese Räumlichkeiten der Diakonie Suchthilfe in der Poststraße 91 in Troisdorf. 2011/2012 zog dann der gesamte Fachbereich der Suchthilfe in die Poststraße. Der nächste Schritt soll nun die Erweiterung der Hilfe für Kinder sein, die in Suchtbetroffenen Familien leben und leider oftmals vernachlässigt werden.

Die Zahl von Suchttoten steigt seit einigen Jahren wieder an – die Arbeit der Diakonie ist wichtiger denn je. In den letzten 50 Jahren hat die Suchthilfe vielen Menschen auf ihrem schweren Weg geholfen. Das liegt zu großen Teilen an den vielen engagierten Mitarbeitern, die mit ihrer fachlichen Expertiese, aber eben auch mit ihrer Menschlichkeit für viele Betroffene eine große Hilfe sind. (pho)

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