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Troisdorf

Ehrenamt im Verein Leben mit Krebs – Hilfe für Betroffene im Rhein-Sieg-Kreis

Ich selbst bin 2016 im Oktober an Brustkrebs erkrankt und von einem auf den anderen Tag war alles anders. Nach acht Monaten, die ich arbeitsunfähig war, konnte ich Gott sei Dank wieder anfangen zu arbeiten.

Wenn ich gefragt wurde, wie geht es Dir, antwortete ich zumeist, mir geht es gut, auch wenn es hin und wieder nicht wirklich stimmte. Und dann las ich von dem Verein Leben mit Krebs und schloss mich diesem dann 2017 an.

Dies war die beste Entscheidung, die ich getroffen habe. Hier hörte man mir richtig zu und war auf einmal eine von vielen Betroffenen. Es wurde gelacht, geweint und natürlich auch Freundschaften geschlossen.

2022 kündigte die ehemals 1. Vorsitzende und auch der Schatzmeister an, dass sie zurücktreten wollten. Auf eine Anfrage des damaligen Vorstands an alle Mitglieder, wer sich vorstellen könnte, im Vereinsvorstand mitzuarbeiten, meldete ich mich. Im März wurden dann alle Interessierten zu einem Vorgespräch eingeladen. Von seinerzeit 175 Mitgliedern hatten sich nur drei Personen gemeldet.

Schnell kristallisierte sich heraus, dass es bei meiner Person um den 1. Vorsitz ging. Als ich dann angefragt wurde, ob ich dieses Amt übernehmen möchte, fuhren meine Gedanken Achterbahn und erst einmal verneinte ich dies. Die Verantwortung sei mir doch eine Nummer zu groß, da ich selbst Vollzeit berufstätig bin.

Als ich dann aber hörte, dass dieser engagierte Verein zum Ende des Jahres dann evtl. aufgelöst werden muss, wenn sich keiner für diesen Posten finden würde, war mir klar, hier muss ich aktiv werden.

Dieser Verein, der mir so viel gegeben hatte, dem wollte ich auch etwas geben. Mir fehlten zwar die Kenntnisse meiner Vorgängerin, aber die Liebe zu dem Verein war so groß, dass ich mich dieser Herausforderung stellte.

Anfang April 2022 stellte ich mich bei der Jahreshauptversammlung den Mitgliedern vor. Und was soll ich sagen: Ich wurde gewählt.

Ich begann meine Arbeit im Amt mit den Worten, dass dies nur funktionieren kann, wenn Ihr (die Gruppenleitungen) mich auch unterstützt. Ich versuche alles zu geben, aber das kann ich nicht allein.

Auch meine Vorgängerin stand mir mit viel Hilfe und gutem Rat sehr oft zur Seite. Sie ließ mich nicht allein.

Heute eineinhalb Jahre nach der Wahl muss ich sagen, es ist einfach schön diesem Verein anzugehören. Und ehrlich, auch wenn es oft mal an die Grenzen geht, ich bekomme so viel zurück. Ich würde es immer wieder tun.

Zur Zeit bin ich auf Minijob-Basis berufstätig und stehe mit einem ebenso engagierten Vorstand diesem Verein vor. Wir hatten in diesem Jahr 20-jähriges Jubiläum und haben dieses zusammen zu etwas Besonderen gemacht.

Ich sage Danke an all die, die immer wieder für mich da waren und sind, es ist schön, dass es Euch gibt. Ich habe ein super engagiertes Team, einen ebenso engagierten Vorstand und interessierte Mitglieder.

Ich wünschte mir für die Zukunft, dass die Menschen mutiger sind, wenn gefragt wird, möchten Sie im Vorstand oder im Verein aktiv arbeiten, im Team und mit unseren vielfältigen Angeboten für Betroffene vor Ort.

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