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Troisdorf

Karnevalistischer Kolpingzug nimmt Fahrt auf

Eine karnevalistische Narrenzugreise mit viel Liebe zum Detail begeisterte die Gäste der diesjährigen Kolpingsitzung in Spich

„Vorsicht bei der Einfahrt in den Kolpingbahnhof Spich“

Mit diesen Worten und viel Applaus zog der 3/11-Rat mit dem „Stationsvorsteher“ und Sitzungspräsidenten Rainer Frömel und seinem jungen „Lok-Praktikanten“ Maximilian Frömel pünktlich in den „Spicher Gürzenich“ ein.

An talentiertem Nachwuchs mangelt es in der Kolpingsfamilie definitiv nicht. So eröffneten fast 20 Kolping-Minis (zwischen zwei und zehn Jahren) das bunte Treiben in dem kurzfristig ins Bürgerhaus verlegten Bahnhofsaal mit einem fröhlichen Regenbogentanz, der sofort die närrischen Zuggäste von den Sitzplätzen holte. Mit voller Begeisterung und ohne Lampenfieber hüpften und tanzten die kleinen Kolpinger auf der großen Bühne auch bei den beiden Zugaben. Die verdiente Verleihung des Kolpingzugordens führte zu strahlenden Kinderaugen und der Zusage, im nächsten Jahr unbedingt wieder mitzumachen.

Pünktlicher als die Deutsche Bahn flitzte Timo Schwarzendahl auf Gleis 1¾ (Bühne) ein. Der junge Profikarnevalist ist schon längst kein Geheimtipp mehr. Mit seinen eigenen Liedern und bekannten Karnevals-Cover-Songs reißt er sofort das Publikum mit und erobert mit seinem natürlichen Charme blitzschnell die Herzen der Menschen.

Als „alte Hasen“ fegten die Huusmeister vom Bundesdach mit politischem Wortwitz und humorvollen sozialkritischen Liedern und Krätzchen den manchmal lästigen Alltag vom Bahnsteig.

Bekannt und beliebt ist die Sitzung der Kolpingsfamilie durch die Einlagen aus den eigenen Reihen. Die Kolpingmädels lassen sich immer etwas ganz Besonderes einfallen, um ihr verwöhntes Publikum zu begeistern. Die „Bahnhof-Bühne“ wurde kurzerhand in ein Wohnzimmer verwandelt, in dem „(S)chantal und Alic(z)e“ sich in perfektem Kiezdeutsch durch die vergangene Fernsehwelt „zappten“ und sich dabei über die Vor- und Nachteile des Klimawandels berieten. „Ist es nun besser für den Fisch, wenn er in einem Stoffbeutel mit Wasser transportiert wird oder doch cool, wenn die `Polen` schmelzen, weil dann der Strand nach Spich kommt?“ Damit wäre das umweltschädliche Fliegen in den Urlaub nicht mehr nötig. Die „Sendung mit der Maus“ versuchte einiges richtig zu stellen, „och op Kölsch“! Die beiden „Mädels“ machten sich auch über die Retro-Werbung her, die als amüsante Einlage von der Kolpingmädeltruppe live dargestellt wurde. Mit einem „Kanonrap“ über Kaffeespezialitäten endeten die kurzweiligen Sketcheinlagen viel zu schnell!

Isch schwööre!“

Der Auftritt des befreundeten Tanz-Corps Burggarde Spich und die Spicher Tollitäten dürfen bei keiner Kolpingsitzung fehlen. In diesem Jahr steht neben Jungfrau Rita (Rita Jany) und Bauer Wulli (Wolfgang Vogel) ein Prinz auf der Bühne, der durch die Kolpingsfamilie mit dem Karnevalsvirus infiziert wurde. Prinz Gandi I. (Stefan Gandelau) leitete früher als Sitzungspräsident viele Jahre die Kolpingsitzung mit viel Herzblut! Aber er wusste auch aus eigener Erfahrung, dass der Sitzungspräsident jedes Jahr seinen Schabernack mit den Tollitäten treibt. Da musste er jetzt durch! Als „Tapferkeitsmedaille“ bekam er zu seinem vorhandenen Federschmuck noch eine schwarze Fasanenfeder dazu (zwei orangefarbene Federn hatte er schon bekommen). Nun leuchtet er während der Session der Löschhaie in den Kolpingfarben!

Flott wirbelten die Mädchen und Jungen des TC Sternschnuppen Bockeroth über die Bühne und rissen bei ihren akrobatischen Flugkünsten gleich die halbe Bühnendekoration mit. Die Band Kläävbotze sind keine Klimakleber, sondern brachten mit ihren eigenen Hits alle „karnevalsitischen Zugfahrgäste“ zum Schunkeln und zum Mitsingen.

Mit Power und vollem Körpereinsatz erreichte mit etwas Verspätung das Kolping-Männer-Ballett den „Bahnsteig 1¾“ und die weiblichen Jecken gerieten außer Rand und Band! Männer im Tutu und Strumpfhose sind immer ein Kracher und die Männertruppe um Trainerin Kerstin Matthies hat jungen Zuwachs aus ehemaligen Kolpingminis bekommen. Die neuen Balletttänzer zeigten ihre Grazie und ihr Rhythmusgefühl und scheuten sich auch nicht vor akrobatischen Einlagen. Der nicht enden wollende Beifall und Jubel brachte die Burschen dann doch an ihr Limit, denn ohne Zugabe und ein spontanes Tunnelspalier kamen sie nicht aus dem Saal.

Eine Zugabe nach der anderen musste auch die Karnevalsband Jot Drop geben. Seit Jahrzehnten heizen die Musiker den Jecken im Kolpingfinale nochmal so richtig ein. Ihre Lieder sind immer Stimmungskracher und werden textsicher und laut mitgesungen.

Jot Drop, der Name ist Programm!

Mit einer halben Stunde Verspätung erreichte der „Kolpingkarnevalszug“ schließlich die Endstation. Im Gegensatz zu Verspätungen der Deutschen Bahn feierten die unermüdlichen Fahrgäste jede Verzögerung und wollten auch danach noch lange nicht nach Hause.

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