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Donnerstag 13. Juni 2024

Ergonomie

Muskel-Skelett-Erkrankungen vorbeugen

Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) machen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems den größten Anteil an den Arbeitsunfähigkeits-Tagen aus. Mehr als 20 Prozent aller Fehltage gehen auf Beschwerden der Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke zurück. Nicht nur die Fürsorgepflicht sollte Unternehmen an den gebotenen Handlungsbedarf erinnern. Es ist in ihrem eigenen Interesse, dafür zu sorgen, dass die Mitarbeitenden gesund bleiben und bei der Arbeit keinen unnötigen, zusätzlichen Belastungen ausgesetzt werden.

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Nachfragen, nachschauen, verbessern

Zu den besonders belastenden Tätigkeiten zählen unter anderem das Heben und Tragen von Lasten, Zwangshaltungen, sich ständig schnell wiederholende Tätigkeiten und Vibrationen. Für den Einstieg in die Gefährdungsbeurteilung von Muskel-Skelett-Belastungen haben BAuA und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung Checklisten herausgebracht. Im Idealfall können hieraus bereits wirksame Maßnahmen abgeleitet werden. Ist die Beurteilung komplexer, sollte der betriebliche Praktiker ein vertiefendes Verfahren nutzen oder einen Experten hinzuziehen.

Speziell für kleinere Unternehmen hat die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) den ErgoChecker entwickelt, der dabei hilft, Handlungsbedarfe zu erkennen und Tätigkeiten ergonomisch zu gestalten. Eine kurze Anleitung gibt zum einen Tipps, wie Führungskräfte ihr Team dazu einladen können, ergonomische Probleme am Arbeitsplatz aufzudecken. Zum anderen enthält der ErgoChecker einen doppelseitigen Fragebogen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit dem sie belastende Tätigkeiten jeweils in Zweier-Teams beobachten, ausführen, besprechen sowie ihre Lösungsvorschläge dokumentieren können. Unter https://www.bgetem.de

(Webcode M2I573760) kann der ErgoChecker bestellt werden.

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Umsetzung von Maßnahmen

Die Möglichkeiten der Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen sind vielfältig. Beratung und Schulungen gehören hier genauso dazu wie arbeitsplatzbezogene Maßnahmen. Dabei sollte deren Umsetzung nicht „von oben“ bestimmt werden. Eine Maßnahme wird in aller Regel von den Beschäftigten besser akzeptiert, wenn diese an der Verbesserung beteiligt werden und mitgestalten können. In vielen Fällen liegt eine Problemlösung auch bereits als Idee in den Köpfen der Beschäftigten vor. (akz-o)

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