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Troisdorf

Vogelwanderung des Fischereimuseums

(pho) Der Himmel war klar, die Luft rein, und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Ferngläsern und Büchern über Vogelkunde ausgerüstet: Am vergangenen Samstag, 27. Januar, fand die Vogelwanderung des Fischereimuseums in Bergheim statt. Der Ornithologe Franz Over führte die Gruppe am frühen Samstagmorgen noch vor Sonnenaufgang um 8 Uhr vom Fischereimuseum aus an der Sieg entlang über den Hafen bis zum Rhein. "Je kälter es im Winter ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir gefiederte Wintergäste zu sehen bekommen", sagte Over. In Nebenflüssen des Rheins sei die Chance darauf besonders groß: "Der Nebendruck des Rheins sorgt dafür, dass das Wasser in der Sieg ein wenig wärmer ist". Darüber freut sich zum Beispiel der Gänsesäger, ein altbekannter Wintergast an der Sieg.

Um 8.15 Uhr spiegelten sich die ersten Sonnenstrahlen in der Sieg – und fast zeitgleich hörte man die ersten Rufe der Reiher, die ihre Horste ganz oben in den Baumwipfeln bauen. Insgesamt mehr als 30 auf beiden Seiten der Sieg. Dass die Reiher bereits im Januar brüten, hat einen Grund: "Die Eier auszubrüten dauert ungefähr 25 Tage – weitere 45 Tage brauchen die jungen Reiher dann, um zu wachsen", erläuterte Over.

Die Köpfe tief im Nacken beobachtete die Gruppe die vielen Reiher, während im Hintergrund ein für Vogelliebhaber vertrautes Geräusch zu hören war: Ein Specht hämmerte seinen Schnabel gegen einen Baumstamm. "Das schnelle, kurze Hämmern der Spechte dient der Paarung – es soll beeindrucken", klärte Over auf. "Wenn ein Specht ein Nest baut, um darin zu wohnen und zu brüten, ist es ein viel tieferes, langsameres und stärkeres Hämmern."

Der Specht baut sich übrigens jedes Jahr ein neues Nest. Das kommt dem Kleiber zugute. "Der Kleiber klebt das ehemalige Nest des Spechts zu, bis es die perfekte Größe für ihn hat." Daher auch der Name "Kleiber" (Kleber). Zwischen den vielen aufschlussreichen Informationen verstand es Franz Over, die Gruppe mit kleinen Anekdoten und Geschichten zu versorgen – es entstand eine sehr angenehme Mischung aus Vogelwissen, netten Gesprächen und interessanten wie heiteren Geschichten.

Und wenn man während der Wanderung glaubt, heimischen Vogelgesang zu hören, fällt man trotz aller Expertise vielleicht einem gewitzten Nachahmer zum Opfer: Der Star gilt als ein geübter Nachahmer vieler heimischer Vögel. Es lohnt sich also, sich nicht nur auf seine Ohren zu verlassen.

An einigen Stellen der Wanderroute hingen kleine Häuschen für Fledermäuse an den Bäumen. "Das Gebiet ist das größte Fledermausareal im Rheinland", klärte Karen Lerch, Assistenz der Museumsleitung des Fischereimuseums, auf. "Im Oktober veranstalten wir unsere jährlichen Fledermausnächte. Da können Besucherinnen und Besucher dann gleich vier bis fünf Fledermausarten bewundern", fügte sie an.

Wer mehr über das Museum und die Angebote erfahren möchte, kann das hier tun: https://fischereimuseum-bergheim.de.

Das Museum ist samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

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