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Troisdorf

Große Vergangenheit, große Zukunft

Das DN-Gelände und seine Bedeutung für die Stadt Troisdorf – damals und heute

Im Jahr 2006 erwarb die städtische TroPark GmbH (hieß zu dem Zeitpunkt noch PMG – Projektmanagementgesellschaft) neben dem Investor T-Park GmbH Grundstücke und Gebäude des Industrieparks Troisdorf, dem heutigen IndustrieStadtpark. Dort hatten die Unternehmen Dynamit Nobel bzw. Hüls Troisdorf AG maßgeblich die Industriegeschichte der Stadt mitgeprägt.

Als „echtes Filetstück“ bezeichnete ein ehemaliger HT-Manager das Industriegebiet und fügte hinzu: „Wo bekommt man heute noch ein genehmigtes und voll erschlossenes Industriegebiet auf dem Silbertablett serviert?“

Kritiker fürchteten damals, die Stadt gehe mit dem Kauf „ein unkalkulierbares Risiko ein“ und vermuteten „reichlich Altlasten“ in dem seit über 130 Jahren industriell genutzten Areal.

Immerhin wurde dort schon 1886/87 eine Zündhütchenfabrik gegründet. In den Folgejahren wurden dort u.a. Schießwolle, Treibladungspulver, elektrische Zünder, (thermoplastische) Kunststoffe, Vulkanfiber, Sprengmittel und vieles mehr produziert.

Nach dem Ankauf wurde das Grundstück eingehend untersucht. Die gefundenen Altlasten wurden entsorgt und das gesamte Areal saniert, so dass die Ausbreitung der Schadstoffe zum Wohle der Allgemeinheit und Gesundheit der Troisdorfer Bevölkerung verhindert werden konnte. Durch die Sanierung konnte u.a. eine mögliche Kontamination des Troisdorfer Grundwassers ausgeschlossen werden.

Nach der Sanierung wurden die Flächen an verschiedene Unternehmen verkauft. Die Stadt freut sich seitdem über stabile Gewerbesteuereinnahmen und viele zusätzliche Arbeitsplätze, die dort entstanden sind.

Natumi zum Beispiel produziert vegane Pflanzendrinks und Cuisine-Produkte, die in rund 2.000 Bioläden und Reformhäusern verkauft werden. Innovatec produziert seit 1995 u.a. Hightechmaterialien für den Medizinbereich (auch in der Corona-Krise) und für den Lebensmittelsektor. Viele weitere Unternehmen haben sich auf dem Gelände angesiedelt.

Aktuell bietet sich der Stadt wieder eine historische Chance: der Ankauf der restlichen Flächen des ehemaligen Dynamit Nobel Geländes, mehr als 50 Fußballfelder groß. Auch dort müssten Flächen saniert werden. Aber auch hier bieten sich dann riesige Potenziale: für Unternehmen, aber auch für Wohnungsbau, Naturschutz, Freizeit und andere Nutzungen.

Der gesamte industrielle Bereich zwischen Spich und Troisdorf-Mitte war historisch betrachtet ein wesentlicher Auslöser der Stadtentwicklung und stellt auch heute noch mit mehreren tausend Arbeitsplätzen in den verschiedenen Nachfolgebetrieben einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die Stadt und die gesamte Region dar. Mit dem Ankauf der restlichen, nun zum Verkauf stehenden DN-Flächen könnte diese Erfolgsgeschichte weitergeschrieben werden.

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