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Donnerstag 13. Juni 2024
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Gemeinsam Fokus auf nachhaltige und zukunftssichere Wärmeversorgung gerichtet

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen e. V. (VKU), Ingbert Liebing, besuchte am 22. Mai die Stadtwerke Troisdorf, um gemeinsam mit Troisdorfs Bürgermeister Alexander Biber sowie der Stadtwerke-Geschäftsführung Andrea Vogt und Michael Roelofs über die Herausforderungen der kommunalen Wärmeplanung zu diskutieren und sich ein Bild von der Kommune zu machen. Troisdorf zählt insgesamt sieben kalte Wärmenetze aus oberflächennaher Geothermie, was vor allem auf die günstigen geologischen Begebenheiten vor Ort und eine starke Änderungsbereitschaft der Stadtwerke Troisdorf zurückzuführen. Denn in vielen Stadtteilen kann vergleichsweise einfach aus einer Tiefe von rund 20 Metern Grundwasser gefördert werden, das konstant übers Jahr die gleiche Temperatur führt. Ideale Voraussetzungen für kalte Nahwärmenetze. Troisdorf kann sich damit auf die Fahne schreiben, dass die Stadtwerke vorausschauend und konsequent den Fokus auf Nachhaltigkeit gelegt haben und auch heute noch legen. Bereits 2014 hatten sie ihr erstes kaltes Nahwärmenetz in Betrieb genommen und seither viele wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Weichenstellung für die Heiz-Zukunft: Stadtwerke Troisdorf weisen den Weg

Während in Troisdorfer Neubaugebieten schon seit beinahe zehn Jahren kein Erdgas mehr fließt, wird dies flächendeckend nach den Plänen der Bundesregierung ab 2045 in ganz Deutschland der Fall sein. Doch was dann? Dieser spannenden Frage und vor allem dem Weg zu diesem ambitioniert gesteckten Ziel gingen Ingbert Liebing, die Stadtwerke-Geschäftsführung und Bürgermeister Biber bei ihrem Zusammentreffen auf den Grund, schließlich stellen sich aktuell viele Bürger die Frage, wie sie künftig heizen sollen, wenn die Gasversorgung eines Tages eingestellt wird. Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Preissteigerungen für fossile Energie in den kommenden Jahren beraten die Stadtwerke Troisdorf ihre Kunden heute schon vorausschauend individuell und zeigen unterschiedliche Möglichkeiten auf, wie die Wärmeversorgung der Zukunft gestaltet werden kann.

Gerade im Bestand sind Immobilienbesitzer verunsichert bis hin zu besorgt, wenn beispielsweise eine alte Ölheizung kaputt geht und in eine neue Heizung investiert werden muss. Sie fragen sich, welches Heizsystem sinnvollerweise verbaut werden sollte, um in der Zukunft krisensicher und nachhaltig aufgestellt zu sein. Aktuell laufen daher an mehreren Stellen im Troisdorfer Stadtgebiet BEW Machbarkeitsstudien, um auszuloten, inwieweit Nahwärme-Netze überhaupt realisiert werden können und ob diese wirtschaftlich zu betreiben sind. Wer nicht vom Anschluss an ein Nahwärmenetz profitieren kann, hat verschiedene Optionen: Vom Einbau einer individuellen Wärmepumpe bis hin zur Pellet- oder Gashybridheizung reichen die Möglichkeiten. Letztere kombiniert eine herkömmliche Gasheizung mit einer erneuerbaren Energiequelle, wie beispielsweise einer Wärmepumpe oder einer Solaranlage, um eine höhere Energieeffizienz zu erzielen, die Heizkosten zu senken und obendrein durch den reduzierten CO2-Ausstoß die Umweltbelastung zu reduzieren. Die Stadtwerke Troisdorf halten verschiedene Contracting-Angebote bereit, mit denen Immobilienbesitzer ohne eigene Investition eine neue Heizung installieren lassen können. Informationen hierzu hat der Lokalversorger auf seiner Website unter https://www.stadtwerke-troisdorf.de zusammengefasst.

Perspektive mit ungewissem Ausgang

„Ich freue mich, dass der VKU Interesse hier an unserem Stadtwerk in Troisdorf zeigt. Wir sind auf dem Weg der Wärmewende schon ganz weit gekommen, aber wir haben auch feststellen müssen, dass es noch bestimmte Hürden gibt, die zu überwinden sind. Und da müssen die politischen Rahmenbedingungen auf allen Ebenen ein höheres Maß an Verlässlichkeit haben, damit eben die Stadtwerke vor Ort die Wärmewende letztlich umsetzen können“, fordert Bürgermeister Biber. Er betont, dass die Stadt Troisdorf sich gemeinsam mit den Stadtwerken schon vor Jahren auf den Weg gemacht und in Sachen Wärmeplanung und Wärmeversorgung zahlreiche Gedanken gemacht habe, gibt aber gleichzeitig zu bedenken, dass viel aktuell politisch Gefordertes völlig illusorisch und wenig realistisch sei.

Ingbert Liebing war diesbezüglich ein guter Gesprächspartner, schließlich vermittelt er auf oberster politischer Ebene und steht oft im Spagat zwischen Bundeswirtschaftsministerium und kommunalen Spitzenverbänden. Er sieht Versäumnisse vor allem darin, dass es die Bundesregierung im vergangenen Jahr verpasst habe, bei den Bürgern ein Problembewusstsein dafür zu schaffen, warum man überhaupt die kommunale Wärmeplanung auf den Weg bringt und was für Konsequenzen das für jeden einzelnen Bürger habe. Aktuell gebe es viele offene Fragen – angefangen von den technologischen Rahmenbedingungen bis hin zur Finanzierung der Wärmewende.

Kommunale Wärmeplanung als Schlüssel zur Erreichung der Klimaziele

In dem Gespräch wurde deutlich, dass es die eine Lösung künftig nicht geben wird. Stattdessen ist zu prüfen, welche Lösungen konkret vor Ort umgesetzt werden können. „Mich hat beeindruckt, dass die Stadtwerke Troisdorf sehr frühzeitig angefangen haben, sich mit Themen der Energiewende zu befassen. So investieren sie in Erzeugungsanlagen für erneuerbaren Strom, vor allem aber auch in den Wärmebereich und das Konzept der kalten Nahwärme ist schon etwas Besonderes. Da die örtlichen Bedingungen nicht überall gleich sind, ist es gerade sinnvoll, dass wir auch über die kommunale Wärmeplanung vor Ort entscheiden, was geht und was eben nicht. Was sind die Optionen für die dekarbonisierte Wärme? Die Stadtwerke Troisdorf zeigen, was hier vor Ort möglich ist und ich wünsche dafür weiterhin gutes Gelingen“, so Ingbert Liebing.

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