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Troisdorf

Troisdorf demonstriert für die Demokratie

(pho) Vergangenen Samstag gingen tausende Troisdorferinnen und Troisdorfer auf die Straße, um für die Demokratie zu demonstrieren. Unter dem Motto „Troisdorf ist bunt“ und „Nie wieder ist jetzt“ gingen 2.500 bis 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Kölner Platz aus über die gesamte Kölner Straße bis hin zum Troisdorfer Rathaus. An der Spitze des Demonstrationszuges befanden sich Vertreter fast aller politischen Fraktionen, die vor einer Woche zu den Demonstrationen aufgerufen hatten.

In dem Protestzug waren Banner wie „Zusammen gegen rechts“, „Troisdorf bleibt bunt“, oder „Demokraten jetzt: Augen auf, Ohren auf, Mund auf, nicht nachlassen!“. Vor dem Rathaus war eine Bühne von den Organisatoren aufgebaut, auf der als erstes Katarina Gebauer und Elisabeth Winkelmeier-Becker das Wort ergriffen. Es sei ermutigend, so viele Protestierende zu sehen. Viele davon seien zum ersten Mal auf einer solchen Protestkation. Dass diese Menschen gerade jetzt aufstehen und Flagge zeigen, zeige „die Wehrhaftigkeit der Mitte der Bevölkerung“, so die beiden CDU-Politikerinnen.

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Auch der Stellvertretende Bürgermeister, Erkan Zorlu von den Grünen, sprach auf der Bühne. Die „verbindenden demokratischen Kräfte“ müssten nun anvisiert werden, um sich gegen die rechte Gefahr zu wappnen. „Mit großer Besorgnis habe ich die politischen Entwicklungen beobachtet, es ist höchste Zeit zu handeln“, fügte er an. In Troisdorf leben Menschen aus 121 Nationen friedlich miteinander.

Es waren Menschen aus allen Gesellschaftsbereichen anwesend. Kirche, Sportvereine, Kultur, und Musik – und sogar des Karnevals: Das Müllekovener Dreigestirn mischte sich unter die Zuhörenden und zeigte, dass auch im Karneval weder Platz für Hetze noch für Ausgrenzung ist.

Sie alle demonstrierten gemeinsam für eine bunte und demokratische Zukunft unserer Bundesrepublik. Pfarrer Zeyen, Leiter der katholischen Pfarreiengemeinschaft in Troisdorf, ließ wissen: „Christlicher Glaube, die christlichen Werte dieses Landes, sind nicht vereinbar mit rechtsradikalem Gedankengut. Ich bete für mehr Demokratie und einen erfolgreichen Kampf für die Demokratie.“ Der evangelische Pfarrer Sebastian Schmidt sagte, er hoffe und bete, dass die Demonstrationen mehr seien, als nur ein „Spaziergang in der Sonne“.

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Hassan Kayan, der Vorsitzende der Alevitischen Gemeinde in Troisdorf, stellte klar: „Menschenwürde ist kein Verhandlungsgegenstand.“ Dietmar Scholtes von der FDP merkte in seiner Rede an: „Wir müssen uns nicht verstecken.“ Angst zu schüren, wie es aktuell im rechten Spektrum versucht wird, sei niemals eine Lösung. Eine solche Partei verbiete sich – bei allen Diskussionen um ein offizielles Verbot – von ganz allein.

Im Vorfeld hatte der Bürgermeister angekündigt, nicht an der Demonstration teilzunehmen. Das wurde sowohl von seiner, als auch den anderen politischen Parteien kritisiert. An der Demonstration nahmen dennoch zahlreiche Mitglieder der CDU-Fraktion und die Junge Union Troisdorf teil. So machte auch Clemens Overath, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, deutlich, dass viele Mitglieder der CDU nicht mit der Entscheidung des Bürgermeisters einverstanden waren. Die größte Stadt im Rhein-Sieg-Kreis setzte mit dem Protest ein wichtiges Zeichen – dem bestenfalls viele weitere folgen werden.

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