Rauchentwicklung in einer Autolackiererei in Troisdorf-West: Einsatz für die Löscheinheiten Mitte und Spich mit rund 30 Kräften. Am 8. August hatte das einen dramatischen Charakter. Der Rundblick war vor Ort.
Dichter, grauer Rauch bei der Wörtz-Car-Works GmbH von Christian Wörtz an der Kasinostraße, einer Werkstatt mit integrierter Autolackiererei: Alarm für die Löscheinheiten Mitte und Spich. Die Löscheinheit Mitte rückte mit einem 290 PS starken MAN HLF 20 (Hilfeleistungslöschfahrzeug) an. Nach Erkundung der Lage erteilte der Einsatzleiter seinen Befehl an die Trupps. Das Einsatzfahrzeug ist mit einem 2.400-Liter-Wassertank und einem 220-Liter-Schaumtank ausgestattet.
Der Angriffstrupp, ausgerüstet mit Atemschutz, Wärmebildkamera und Strahlrohr, wurde in die Halle geschickt – bei einer Sichtweite von wenigen Zentimetern -, um Personen zu suchen, die sich in der Werkstatt und in den Büroräumen aufhielten, und sie schnellstmöglich ins Freie zu bringen.
Nach wenigen Minuten wurde eine Frau aus der Werkstatt ins Freie getragen. Wenig später fanden die Einsatzkräfte einen Mann, der unter Atemnot litt; er wurde mit einer Fluchthaube versorgt und ins Freie begleitet. Über eine breite Treppe gelangten weitere Kräfte in die erste Etage, wo sich Aufenthaltsräume, Küche und Besprechungszimmer befanden. Dort wurden zwei weitere Frauen unverletzt gefunden und ins Freie gebracht. Zum Entrauchen kam ein Hochdrucklüfter zum Einsatz, der den Rauch über das Treppenhaus nach draußen drückte.






Inzwischen war auch die Löscheinheit Spich mit einem Iveco Eurocargo LF 20 (300 PS) eingetroffen. Beide Fahrzeuge bieten Platz für neun Einsatzkräfte.
Einen Tag nach dem Waldbrand in Altenrath hatten die Löscheinheiten damit erneut einen Einsatz – diesmal jedoch keinen Ernstfall, sondern eine Übung mit zwei Szenarien. Im Mittelpunkt standen Menschenrettung und Brandbekämpfung, das Auffinden vermisster Personen sowie das Öffnen von Abluftöffnungen. In der zweiten Übung kam zusätzlich ein simulierter „Atemschutznotfall“ hinzu: Der Sicherheitstrupp musste einen verunfallten Atemschutzgeräteträger finden und retten. Insgesamt absolvierten bei den beiden Übungen 14 Atemschutzgeräteträger ihre jährliche Praxisübung.
Für den täuschend echten Rauch – tatsächlich harmloser, aber wirkungsvoller Wasserdampf – sorgte die Firma RheinlandAkustik VT GmbH mit zwei Nebelmaschinen. Die geretteten Personen wurden von Komparsen dargestellt, die schon öfter bei solchen Übungen mitgewirkt haben.


Werkstattinhaber Christian Wörtz zeigte sich den Löscheinheiten gegenüber dankbar: „Auch wenn die Feuerwehr viele Übungsorte hat, ist es doch immer wieder sehr lehrreich, wenn man mal nicht in den „bekannten“ Räumlichkeiten üben kann. Deshalb habe ich der Übung gerne zugestimmt“.
Vorsichtshalber hatte er zuvor seinen Vermieter informiert – denn der Übungsort wird von der Einsatzleitung geheim gehalten, sodass Anwohner und Gebäudenachbarn überrascht reagieren, wenn plötzlich 30 Einsatzkräfte mit mehreren Fahrzeugen anrücken.
Übungsleiter Ben Braun zog abschließend eine positive Bilanz: „Insgesamt sind beide Übungen sehr gut verlaufen und die Zusammenarbeit der Einheiten hat super funktioniert. Die Feuerwehr bedankt sich auch noch recht herzlich bei Christian Wörtz für die Bereitstellung des Übungsortes.“
Werner Müller