5.2 C
Troisdorf
Samstag 6. Dezember 2025
StartRegionalesDer Friedhof als Rückzugsort für Tiere

Der Friedhof als Rückzugsort für Tiere

Auf dem Friedhof ist es still – doch wer genau hinschaut, entdeckt Leben an unerwarteter Stelle. Auf dem Friedhof zwischen den Gräbern huschen Eichhörnchen durch die Hecken, Rotkehlchen finden Unterschlupf im Alten Efeu und Igel verkriechen sich im Laub unter Sträuchern. Der Friedhof wird in der kalten Jahreszeit zum zufriedenen Rückzugsort für Wildtiere: Er bietet Ruhe, Struktur und Schutz vor menschlichem Trubel. Laut einer Studie sind gerade Friedhöfe "perfekte Verstecke" für Säugetiere, Vögel und Insekten – besonders in städtischen Regionen.

Warum der Friedhof so interessant ist

Hinter dem scheinbar stillen Areal verbirgt sich ein Kleinbiotop mit vielfältiger Natur. Alte Bäume und dichte Hecken bieten Nistplätze und Unterschlupf für Vogelarten wie Amsel, Blau- und Kohlmeise oder Zaunkönig. Zwischen den Grabflächen entstehen trockenere Stellen, an denen Eidechsen oder Wildbienen ihre Nester bauen. Das Herbstlaub, die ruhigen Wege und die seltene menschliche Störung machen den Ort gerade im Winter zu einer geschützten Umgebung. Friedhofsverwaltungen und Naturschützer erkennen zunehmend das Potenzial dieser Flächen, indem sie wildpflanzliche Flächen zulassen und Unkraut reduzieren. So entsteht ein Ambiente, in dem Natur sich entfalten kann – ohne hektische Eingriffe, aber mit dem nötigen Respekt vor der Ruhezone.

Tipps für Besucherinnen und Besucher

Für Spaziergänge oder stille Momente ist der Friedhof im Winter besonders geeignet. Wer aufmerksam ist, kann das Wildleben beobachten: ein Eichhörnchen, das Vorräte sammelt, ein Habicht auf einem alten Grabstein oder ein Igel, der sich in die Hecken zurückzieht. Als Besucher kann man Rücksicht nehmen, etwa indem man Wege nutzt, keine Laubhaufen umgräbt und nachts keine grellen Lichtquellen aufstellt – so bleibt die Kulisse erhalten und das Tierleben ungestört. Wer selbst einen Grabbereich pflegt, kann zusätzlich heimische, mehrjährige Pflanzen setzen, die Insekten im Winter Nahrung bieten – etwa durch Efeu oder wertvolle Heckenreste.

- Anzeige -

Beliebte Themen

- Anzeige -

Weitere Artikel

Cookie Consent mit Real Cookie Banner