Kriegsdorfer Parteienvertreter zeigen sich geeint im Kampf für den demokratischen Rechtsstaat
Gemeinsam haben die Repräsentanten Ihrer Parteien von CDU, SPD und Grünen sowie der Kriegsdorfer Ortsvorsteher bei der Gedenkveranstaltung für den Volkstrauertag an der Kriegsgräberstätte in Troisdorf-Kriegsdorf Kränze niedergelegt. Thomas Laudor, Maike Bitz und Michael Beyer für die Stadt Troisdorf und Oberst Joachim Bohn, der auch Kriegsdorfer Ortsvorsteher ist, für den Bundesminister der Verteidigung, Boris Pistorius.
Neben dem Gedenken an die über 80 Millionen durch Krieg und Gewaltherrschaft verursachten Tote der beiden Weltkriege appellierten deshalb sowohl Bohn wie auch Pfarrer Michael Lunkenheimer in ihren Reden an die Verantwortung eines jeden Staatsbürgers, sich für unseren demokratischen Rechtsstaat einzusetzen, um eine Wiederholung dieser Katastrophen zu verhindern. Bohn erinnerte dabei auch an den Sieglarer Pastor Franz Böhm, der diesen Mut aufgebracht hat und für seinen Widerstand gegen die Faschisten im Februar 1945 im KZ Dachau sein Leben lassen musste.
Mut und Zivilcourage sei von einem jeden gefordert, nicht nur gegenüber Islamisten, sondern gleichermaßen gegenüber rechts- und linksradikalen Ideologien, die unterschiedslos unseren Rechtsstaat bedrohen. „Es ist ein Skandal und eine Schande für unser Land, wenn sich deutsche Mitbürger jüdischen Glaubens nicht mehr auf unsere Straßen trauen, weil sie als Juden erkannt werden könnten. Das dürfen wir nicht zulassen!“, so Bohn in seiner Rede.
Die Gedenkfeier wurde durch einen Schüler des Heinrich-Böll-Gymnasiums musikalisch begleitet und die Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr unter der Leitung von Löschgruppenführer Nico Schiffbauer bildete zusammen mit einer Abordnung der Bundeswehr einen sehr würdigen Rahmen.
Auf dem Friedhof von Kriegsdorf befindet sich ein sehr kleiner Soldatenfriedhof mit insgesamt 13 Gräbern, davon sind vier Zivilopfer eines Luftangriffes auf Kriegsdorf vom 14. Oktober 1941 und neun gefallene Soldaten, die im März / April 1945 an der Siegmündung den Tod fanden.
Eine Besonderheit in Kriegsdorf ist, dass hier Schüler des Heinrich-Böll Gymnasiums in einem einmaligen Projekt versucht haben, den 13 Menschen in den Gräbern dieser Gedenkstätte ihre Biographie zurückzugeben, indem sie sowohl deren Leben wie auch deren Todesumstände rekonstruiert und in einen geschichtlichen Kontext gestellt haben. Auf einer Stelltafel, die vor den Kriegsgräbern in Kriegsdorf fest installiert wurde, sind die Ergebnisse der Schülerrecherchen sichtbar gemacht worden.