StartBildungAusbildung & BerufNeuer Ausbildungsstart in der Kolping Pflegeschule

Neuer Ausbildungsstart in der Kolping Pflegeschule

(rmh) In der Kolping Pflegeschule Troisdorf herrschte in diesen Tagen eine besondere Mischung aus Aufbruch, Neugier und spürbarer Verantwortung. Zwei neue Klassen mit insgesamt 46 Auszubildenden verschiedenster Nationen aus aller Welt haben ihre dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann begonnen. Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenssituationen, Herkunftsländern und beruflichen Vorgeschichten. Die jüngste Teilnehmerin ist gerade einmal 19 Jahre alt, die älteste 41.

Dass einige Auszubildende am ersten Tag fehlten, hat einen ernsten Hintergrund: Die politische Lage in verschiedenen Teilen der Welt erschwert derzeit vielen jungen Menschen die Anreise oder die rechtzeitige Aufnahme ihrer Ausbildung in Troisdorfer. Für die Kolping Pflegeschule ist das kein ungewöhnliches, aber ein trauriges Bild – und zugleich ein Zeichen dafür, wie international und vielfältig die Pflege längst geworden ist.

Eine sehr gute positive Mund-zu-Mund-Propaganda, Ausbildungsmessen und spezielle Recruiter im Ausland bilden das Fundament, aus dem immer wieder neue begeisterte Menschen den Weg nach Troisdorf finden, um dort ihre Zukunft zu gestalten.

Ein erster Jahrgang – für die Auszubildenden und für ihre Lehrerinnen

Für die beiden Klassenlehrerinnen ist dieser Ausbildungsstart ebenfalls ein besonderer Moment. Es ist ihr erster eigener Jahrgang, den sie über drei Jahre hinweg begleiten werden. Die Verantwortung dafür ist groß: Pflegeausbildung bedeutet nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch Persönlichkeitsentwicklung, Teamarbeit, Reflexion und das Erlernen eines Berufs, der Menschen in ihren verletzlichsten Momenten beisteht. Ein Beruf, der in vielen Fällen Berufung ist.

Bereits im Bewerbungsverfahren wird sorgfältig geprüft, mit welcher Einstellung Interessierte ihren Ausbildungswunsch gewählt haben. „Menschen, die gerne für und mit Menschen arbeiten, sind uns willkommen“, so Schulleiterin Bettina Taegener. „Aber dennoch ist sich nicht jeder der Verantwortung bewusst, die auf ihn zukommt. So, dass wir regelmäßig auch Bewerber ablehnen müssen“

„Wir wachsen da gemeinsam hinein“, sagt eine der beiden Lehrerinnen der Klassen GP11 und GP10. „Die Auszubildenden starten in einen Beruf, der ihnen viel abverlangen wird – und wir möchten ihnen von Anfang an zeigen, dass sie auf ihrem Weg dorthin nicht allein sind.“

Eine Schule mit Herz – und einer neuen Leitung

Seit August 2024 steht die Kolping Pflegeschule für Gesundheit und Pflege in der Mottmannstraße 1 in Troisdorf unter der Leitung von Bettina Taegener, die das Haus mit viel Energie, Klarheit und spürbarer Wertschätzung führt. Schon bei ihrem Amtsantritt fand sie ein ausgesprochen freundliches, sympathisches Betriebsklima vor – ein Fundament, auf dem sie mit einem engagierten und sympathischen Team weiter aufbaut.

Taegener freut sich über das anhaltend hohe Interesse an der Pflegeausbildung. „Dieser Beruf ist unverzichtbar und wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen“, sagt sie. „Pflegekräfte begleiten Menschen durch schwere Zeiten, manchmal bis zu ihrem letzten Tag. Dass sich weiterhin so viele junge und auch ältere Menschen dafür entscheiden, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.“

Vielfalt als Stärke

Die neuen Auszubildenden bringen eine beeindruckende Bandbreite an Erfahrungen mit: Einige kommen direkt aus der Schule, andere haben bereits in der Pflege gearbeitet, wieder andere wechseln aus ganz anderen Berufen, weil sie in der Pflege eine erfüllendere Aufgabe als in anderen Tätigkeiten sehen.

Die Vielfalt der Kulturen ist für die Schule kein Hindernis, sondern ein Gewinn. Sie spiegelt die Realität der Pflege wider, in der Teamarbeit, kulturelle Sensibilität und gegenseitige Unterstützung entscheidend sind. Uns sie ist gleichzeitig der lebendig Beweis dafür, wie ein internationales, wertschätzendes Miteinander- nicht nur unter beruflichen Anforderungen- wachsen und gedeihen kann.

Manche sprechen mehrere Sprachen, manche haben selbst Angehörige gepflegt, manche sind erst seit wenigen Tagen in Deutschland. Ohne eine perfekte Kooperation mit den Arbeitgebern der Auszubildenden wären Angebote dieser Art undenkbar. Dazu gehört auch, dass sich Schule und Arbeitgeber gemeinsam für Unterkunft und Mobilität der Teilnehmenden einsetzen. Denn ohne eine adäquate Lebenssituation vor Ort kann Integration in die Gesellschaft nur schwerlich gelingen.

Ein Start mit Bedeutung

Der erste Ausbildungstag ist immer ein Moment voller Erwartungen. Für die 46 neuen Auszubildenden bedeutet er den Beginn eines Weges, der anspruchsvoll, aber auch zutiefst sinnstiftend ist. Für die Kolping Pflegeschule Troisdorf ist es ein weiterer Jahrgang, der zeigt, wie lebendig und wichtig dieser Beruf bleibt.

Und für die Menschen, die eines Tages von diesen Pflegefachkräften begleitet werden, ist es der stille Beginn einer Zukunft, in der Fürsorge, Kompetenz und Menschlichkeit eine zentrale Rolle spielen.

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