Nachdem die Gruppe im vergangenen Jahr das Hohe Venn und die Umgebung von Monschau erkundet hatte, sollte die nächste Zwei-Tages-Tour mit Übernachtung an die Lahn führen. Wanderführer Hans-Willi Schwartz übernahm die Organisation und plante Unterkünfte sowie abwechslungsreiche Routen.
1. Tag: Historische Spuren und weite Ausblicke
Am 5. Juli war es endlich so weit: 18 Wanderfreunde und Maskottchen Tilla, die Hündin der Gruppe, starteten in Weilburg bei strahlendem Sonnenschein zu einer 11 km langen Rundtour.
Schon nach wenigen Minuten erreichte man die 1769 erbaute Steinerne Brücke über die Lahn. Zahlreiche Vorgängerbauten waren in früheren Jahrhunderten durch Naturkatastrophen zerstört worden, doch die heutige Brücke konnte nach Schäden im Zweiten Weltkrieg bereits 1946 wieder in Betrieb genommen werden.
Vorbei an der Kettenbrücke (Ernst-Dienstbach-Steg) führte der Weg weiter über schmale Naturpfade entlang des Hauseley Stegs bis zum Anlegesteg einer über 300 Jahre alten Fährverbindung. Einst setzten hier Nachen, später ein Rollschiff, Menschen und Tiere über die Lahn. Auch wenn das nostalgische Übersetzen an diesem Tag nicht möglich war, ging es steil bergauf zum „Tempelchen“, einer Aussichtsplattform. Der anstrengende Aufstieg lohnte sich: Der Blick auf die Stadt Weilburg und das imposante Renaissanceschloss war überwältigend.
Weitere Stationen waren der Kranenturm mit den alten Wasserleitungsanlagen, Wiesen und Wälder bei Odersbach sowie der Lahnhöhenweg. Besonders beeindruckend: der älteste und längste noch befahrbare Schifftunnel Deutschlands. Er wurde zwischen 1844 und 1847 erbaut, misst 195 Meter und ersparte früher Schiffern einen Umweg von zwei Kilometern. Heute nutzen vor allem Kanuten und Ruderer dieses technische Denkmal.
Zum Abschluss des Tages erklomm die Gruppe noch einmal den Anstieg zum Stadttor von Weilburg, besichtigte den Schlossgarten und ließ den Tag bei einem gemütlichen Abendessen im Biergarten „Turmschmied“ ausklingen – müde, aber zufrieden.
2. Tag: Stadtführung in Limburg
Am nächsten Morgen überraschten Hans-Willi und seine Frau Barbara die Gruppe anlässlich ihres 10-jährigen Jubiläums als Wanderführer-Team mit einem besonderen Programmpunkt: einer Stadtführung in Limburg.
Ein kundiger Stadtführer führte durch die gut erhaltene mittelalterliche Altstadt mit ihren zahlreichen Fachwerkhäusern. Zum Abschluss sollte der berühmte Limburger Dom besucht werden – leider war dieser wegen Restaurierungsarbeiten eingerüstet. Trotzdem war die Führung ein echtes Highlight.
Bevor die Heimreise angetreten wurde, kehrte die Wandergruppe noch im traditionsreichen Gasthaus „Burgkeller“ (erbaut 1650) ein.
Ausblick
Am Ende waren sich alle einig: Die Tradition der Wochenendwanderungen soll weitergeführt werden. 2026 wird das Ziel die Mosel sein. Wanderführer Hans-Willi bedankte sich bei allen Teilnehmenden und wünschte eine gute Heimfahrt.